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17. Reisebericht: Fortsetzung der Suche nach dem Paradies in Thailand

März 13, 2010

Nachdem wir uns mit Bedauern von Renate verabschiedet haben, steigen wir ins Taxi und fahren Richtung Krabi Jetty. Wir nehmen diese Reise voller Erwartung in Angriff, denn wir fahren auf eine kleine Insel, die uns in Bangkok von Monika und Kurt aus dem Emmental so herzlich empfohlen wurde. Auf halbem Weg kriegt der Fahrer aber einen Anruf und macht darauf hin eine Kehrtwende zurück nach Ao Nang, wo wir Renate nochmals winken können (leider ohne Reaktion ihrerseits). Ein weiteres Päärli steigt zu uns – na ja, es gibt immer Kurzentschlossene und wir wissen jetzt auch, wozu so viel Zeit eingeplant wird, für den Katzensprung zum Anlegesteg der Fähre. Wir schaffen es schliesslich bis zur Fähre und sind beruhigt, dass es sich hier nicht um eine High-Speed-Ferry handelt, womit wir schlechte (im wahrsten Sinne des Wortes) Erfahrungen gemacht haben, sondern um ein eher langsames, solides Schiff. Mitten in der Andamanensee werden wir von einem kleinen Boot, beschriftet mit dem Namen unserer Unterkunft, abgeholt und müssen unser schweres Gepäck von SCHIFF A auf boot b hieven.

Umsteigen auf dem Wasser: Von der Fähre über zwei Boote bis zum richtigen Taxi

Was wir dann vor uns sehen, ist unbeschreiblich schön! Die malerische Insel Ko Jum ist heute noch so, wie wohl Ko Lanta und Ko Samui vor 20 Jahren waren: wirklich ursprünglich und unberührt, praktisch ohne Asphalt-Strasse und viele der grösstenteils einfachen Resorts und Unterkünfte sind nur per Boot zugänglich – so wie unser Ko Jum Resort.

Idyllisch in der Andamanensee gelegen: die wunderschöne Insel Ko Jum

Wir werden in ein anspruchsloses Bungalow aus Rattan mit „privatem“ Meerblickvorbau geführt, wo wir uns der bezaubernden Aussicht erfreuen. Wir haben es gefunden – unser Paradies in Thailand! Das Meer ist wunderschön und sehr warm, der Strand einsam und malerisch und unser kleines Häuschen passt zu den verlassenen Stränden und dem kaum befahrbaren einzigen Weg hinter dem Resort. Wir fühlen uns wohl uns sind froh, einen wirklich schönen Ort in Thailand beschreiben zu können! Elektrischen Strom gibt es auf Ko Jum erst seit ein paar Monaten, was uns eher bekümmert als erfreut, denn damit steht den Riesenresorts nach dem Vorbild von Ko Samui nichts mehr im Wege…

Unsere Terasse mit Meerblick ist zum Relaxen gemacht!

Diese Stühle haben wir oft besetzt. Schlafzimmer im Hintergrund.

Es zieht uns an den schönen Strand, wo wir feststellen, dass es auch in Österreich Ladyboys gibt die bunte Zehennägel mögen (oder liegt es nur daran, dass Mann in Thailand damit nicht auffällt?). Unsere Nachbarn aus Österreich haben sogar das Zelt dabei, obwohl dies nicht ganz ladyboy-like ist (aber sympathisch, ned?).

Am nächsten frühen Morgen mach ich mich auf eine Jogging-Erkundungstour – es fühlt sich toll an, ohne Motorenlärm und streunende Hunde sondern im angenehmen Schatten der Bäume auf Schotterstrassen zu rennen! Nach der Tour kann ich Thomas berichten, dass sich der erste Minimarkt nur 1.5 km von unserem Resort befindet und dass es ein kleines idyllisches Dorf mit Inselbewohnern gibt. Nach dieser tollen Berichterstattung und dem gesunden Frühstück will Thomas natürlich auch auf Inselerkundungstour. Bei mindestens 35°C marschieren wir in der Folge 3 Stunden dem Weg entlang (ich nenne ihn „der Weg“, weil es keinen anderen gibt), der leider nicht immer von Bäumen gesäumt ist. So komisch und unverständlich es klingen mag, doch wir sehnen uns tatsächlich nach ein paar Wolken.

Das kleine Dörfchen ist entzückend. Kleine, auf Stelzen stehende einfache Häuser aus Rattan oder Bambus reihen sich entlang des einzigen Teersträsschens der Insel und die Einwohner haben aller ihr eigenes kleines Unternehmen, sei es der Verkauf von Benzin in Flaschen oder von gekochtem Reis in Bananenblättern.

Friedliches Inselleben im Dörfchen von Ko Jum

Eigentlich würden wir auf unserer Tour gerne einen etwas weniger kleinen Minimarkt finden, als den zuerst gesichteten. Wir finden aber heraus, dass dies bereits der grösste Minimarkt ist und enden am Schluss doch wieder da, um Wasser und (lange abgelaufenes) Cola Zero zu erstatten.

Ein Taxi der anderen Art vor der Schule Ko Jum

Abends essen wir bei einem französisch-thailändischen Paar im Resort nebenan, das sie vor etwa 5 Jahren eröffnet haben und uns selber auf Ideen bringt J Warum eigentlich nicht? Wir geniessen die Insel Romantik mit Sternenhimmel, Meeresrauschen und Hochsommer-Temperaturen in vollen Zügen und sind froh, ein solch schönes Plätzchen gefunden zu haben.

Auch die nächsten zwei Tage verbringen wir vor allem mit Genuss und Erholung, wandern oder rennen auf der Insel rum und erfreuen uns des Lebens! Es sind diese Momente, wo man sich des Glücks bewusst wird, das wir haben – 6 Monate Reisen ist ein so tolles Erlebnis, dass man es sich immer vor Augen halten sollte!

Abendstimmung und Inselromantik auf Ko Jum

Der Tag der Abreise war gut geplant, denn aller Genüsse der Insel zum Trotz, wir wollen einen Schritt weiter auf unserer Erlebnisreise. Um 9 holt uns die Fähre (natürlich wieder mit Boot-Taxi bis zum „grossen“ Schiff) ab und bringt uns nach Krabi zurück. Da unsere weitere Reise nach Laos führt, haben wir ab Phuket einen Flug in den Nordosten von Thailand an die Grenze zu Laos gebucht. Obwohl wir Phuket meiden wollten, verbringen wir doch zwei Tage auf der renommierten Insel. Damit wir nicht voll im Mekka der Altlüstlinge sind, bleiben wir in der Stadt Phuket, wo es keine Strände gibt. Mit dem Bus gelangen wir rasch dorthin und finden eine tolle moderne Unterkunft, wo wir Platz zum Verschwenden haben – insbesondere, da wir uns in den vergangenen Tagen an 15 m2 gewöhnen mussten. Es gibt sogar einen funktionierenden Fitnessraum, wo ich mich voll austoben kann, während Thomas sich um wichtigeres kümmert (CV, Job-Angebote und Bewerbungsunterlagen…). Wir geniessen die verfügbare Steigerung vom Minimarkt zum Supermarkt und kaufen alles ein, was uns gefehlt hat auf der einsamen Insel. Abends probier ich das typische Gericht „Tom Yum“ und ahne noch nichts von den Folgen, die ich in der kommenden Nacht mehrmals zu spüren bekommen werde…

Am nächsten Tag machen wir per Tuk-Tuk einen Ausflug zum „Phuket-Strand“ Hat Nai Harn, der laut Reiseführer etwas weniger überlaufen sein soll. Am Ziel angekommen, möchten wir nicht wissen, wie die „überlaufenen“ Strände von Phuket aussehen, denn hier reiht sich Sonnenschirm an Sonnenschirm und ausschliesslich schöne Menschen liegen darunter. Es ist zudem zu heiss um sich ausserhalb des Schattens aufzuhalten, weshalb wir auch bald wieder per Abzocker-Tuk-Tuk zurück in unser Städtchen kehren, wo wir ein köstliches abschliessendes indisches Mahl einnehmen.

Hat Nai Harn, einer der Strände auf Phuket - man fühlt sich hier nie alleine

Der nächste Tag bringt uns per Air-Asia-Flug günstig in den Nordwesten von Thailand, nach Udon Thani und von da per Bus nach Nong Khai, einem gemütlichen Grenzstädtchen zu Laos. Wir finden einen Platz im bekanntesten Guesthouse der Region, Mut Mee, deren Besitzer selbst mit Lonely Planet ein Abkommen zu haben scheinen (weshalb praktisch immer jedes Zimmer besetzt ist). Die Backpacker-Anlage ist wirklich behaglich, es gibt hübsche einfache Zimmer und einen riesigen Garten. Jegliche Konsumation beruht auf Vertrauensbasis – verrechnet wird am Ende nur, was im zimmereigenen Gästebüchlein von den Gästen eingetragen wurde und dies scheint einwandfrei zu funktionieren. Wir lernen während der Reise Sandra aus Zürich kennen und verbringen einen heiteren Abend im Mut Mee Garten.

Das kleine Städtchen möchten wir uns am folgenden Tag etwas näher ansehen. So schlendern wir über den grossen Markt wo man wirklich alles findet – irgendwo. Der Tag verläuft sehr gemütlich, wie alles in Nong Khai und wir sitzen anschliessend im erfrischenden Garten und betreiben Reiseplanung bzw. Berichtschreiben.

Big Brother is watching you - über den Dächern von Nong Khai

Nach einer schönen Sunset-Tour auf dem Mekong River, der hier die Grenze zwischen Thailand und Laos bildet, entspannen wir uns bei einer richtigen Thai Massage (autsch!) und essen anschliessend als einzige Gäste in einem am Mekong gelegenen Restaurant thailändische Spezialitäten wie Morning Glory und Fischsauce (für Kommentare diesbezüglich ist Thomas zuständig).

Wir freuen uns auf den nächsten Tag, denn dann beginnt das nächste Abenteuer: LAOS!

15. Reisebericht: Thailand – Bangkok, Ayutthaya, Khao Yai Nationalpark

Februar 16, 2010

von Anita 

Land des Lächelns, Paradies auf Erden, Asien-Ferienziel Nr. 1 – SAWASDEE. Massagen, Traumstrände, Sonne und Meer, relaxen und das alles zu erschwinglichen Preisen. Man hört – abgesehen vom Sextourismus – nur Gutes von diesem grossen Königreich in Südostasien. Thailand, unsere nächste Destination, die wir voller Spannung und Vorfreude bereisen. 

Bangkok, Suvarnabhumi Airport, 16.00 Uhr. Es ist schwül-heiss, noch schlimmer als in HCMC. Unser Gepäck ist da, jetzt brauchen wir einen Geldautomaten, um die neue Währung BAHT in den Händen halten zu können und um unsere Expedition Thailand starten zu können! Wie üblich erhalten wir vom ATM nur grosse Scheine, welche wir überdies bloss auf einer Seite entziffern können: 1000 Baht, das ist zu viel für den Bus! Damit wir zu kleinem Geld kommen, kauft sich Thomas beim Flughafenkiosk eine ersehnte Coca-Cola Zero. Dass er dafür so viel bezahlt wie noch nie auf unserer Reise (und wie in der Folge auch nicht mehr), finden wir erst beim Einsteigen in den Bus heraus. Tja, neue Währungen und Umrechnungsfaktoren haben so ihre Tücken! 

Wir haben bereits ein Hotel gebucht und sind beim Aussteigen sehr froh darüber. Wie auch schon in Vietnam erlebt, wird man regelrecht bombardiert mit Angeboten – Tuk-Tuk, Motorbike-Taxi und Gästehaus-Angebote zu sagenhaften Preisen werden einem beim Entgegennehmen des Gepäckes zugerufen. Leicht misstrauisch erklären wir immer wieder, dass wir bereits eine Unterkunft gebucht haben und versuchen, diese auf eigene Faust zu finden. Ein besonders hartnäckiger Motorbike-Fahrer will uns unbedingt auf seinem Töff zu unserem Hotel führen (wie er sich das mit 2 Erwachsenen und 2 grossen Rucksäcken à je ca. 17 kg vorgestellt hat, bleibt mir ein Rätsel). Selbstsicher bahnen wir uns einen Weg durch den bietenden Haufen und laufen in eine Richtung, von der wir denken, es sei die richtige. Leider erweist sich die Suche als ziemlich kompliziert, denn alle Strassennamen tönen für uns gleich und jede Seitenstrasse trägt den Namen der grossen Hauptstrasse auch noch mit. Wir laufen also der Ratcha Damnoen Klang und suchen Ratcha Damnoen Klang Soi. Irgendwann kommen wir wieder an den Platz, an dem wir vorhin ausgestiegen sind und stossen zu allem Übel auch noch auf denselben Motorbike-Fahrer. „I told you! I told you to come with me!“ ruft er triumphierend in unsere Richtung, wobei sein Atem unverkennbar verrät, womit er sich die Zeit vertrieben hat und damit seine Chancen, ihn doch als Taxifahrer zu wählen, definitiv verspielt hat (auch in Thailand sollten Taxifahrer jeder Art nicht alkoholisiert arbeiten). Schliesslich finden wir mit Hilfe eines Touristenbüros den richtigen Weg zum Hotel, wo wir ein spartanisch eingerichtetes aber sauberes Zimmer beziehen dürfen. 

Die Khao San Road in Bangkok - 24 h lang Betrieb

Wir stürzen uns gleich mitten ins Backpacker-Zentrum von Bangkok, die Khao San Road! Im Thai-Restaurant kriegen wir gleich mit dem Essen eine Kostprobe des thailändischen Stolzes: nichts ist schlimmer, als das Gesicht zu verlieren bzw. eine Frage nicht beantworten zu können. Bei Fragen, insbesondere bei Unklarheiten zur Menukarte, wird lieber mit breitem Lächeln und überzeugend genug mit No oder Yes geantwortet als zugegeben, es nicht zu wissen. Fazit: nur bestellen, was man zu kennen glaubt oder im Lonely Planet steht – gerade als Vegetarier! Wir lernen unsere Tischnachbarn, Monika und Kurt aus Bern/Emmental kennen und kriegen von ihnen zahlreiche Tipps zu Thailand, wo sie einige Wochen bereits am Reisen sind. Wir verbringen einen tollen ersten Abend in der geschäftigen Khao San Road und freuen uns bei den Erzählungen der beiden schon sehr auf die kommenden Wochen! 

Nach dieser etwas längeren Nacht beginnt der 1. Tag in Bangkok etwas verspätet aber nicht minder erwartungsvoll. Wir spazieren die bereits kennengelernte Khao San Road entlang und staunen erneut  über den herrschenden ungeheuren Betrieb in diesem Teil Bangkoks! Der Hitze zum Trotz werden auch tagsüber zahllose T-Shirts, Studentenkarten, Parfums, Uhren, Ledergurte, DVDs, Handtaschen und Markenklamotten angeboten. Alles echt, versteht sich. Ich kaufe mir ein „Same same – but different“-T-Shirt, denn das kann mir am Zoll keiner wegnehmen. Daneben gibt es natürlich massenweise Verpflegungsmöglichkeiten. Bei 35°C kann man schon mal ein reduziertes Hungergefühl haben, doch diese Gegebenheit scheint man hier geradezu als Herausforderung zu verstehen! Überall wird gegrillt, gebrutzelt, frittiert, gebacken, gedämpft, gepresst und am wichtigsten: stir-fried im Wok. Frische Fruchtsäfte à la Starbucks aber zu tollen Preisen und sogar Glace gibt es hier. Taxis, Tuk-Tuks, Massagen, Maniküren und Facial Treatments werden einem offeriert ohne Ende, darüber hinaus gibt es Restaurants aus aller Welt die sich gegenseitig die Kunden auszuspannen versuchen. Es vergeht keine Sekunde, ohne dass es irgendwo etwas zu beobachten gäbe – bei dieser Reizüberflutung also kein Wunder, dass wir am Vorabend etwas länger bleiben mussten! 

Da ich schon zu lange nicht mehr zum Joggen kam, lässt sich Thomas – wenn auch skeptisch – überreden, mit mir auf „Parksuche in Bangkok“ zu gehen. Nach geraumer Zeit und einigen Kilometern zu Fuss, muss ich enttäuscht und entmutigt resignieren und erkläre Bangkok zur läuferunfreundlichsten Stadt der Welt. Es gibt hier nur Strassen, Verkehrslärm, Staub, Ampeln, viele geschäftige Menschen und schwüle Hitze… Und da die auf der Karte eingezeichneten Grünflächen in der Regel irgendeinem gut besuchten Tempel angehören, kann man auch da selten der Grossstadthektik entfliehen. Als wir selbst den Pier zu einer erfrischenden Bootsfahrt auf dem Chao Phraya Fluss nicht finden, sind wir doch etwas enttäuscht von Bangkok und kehren zurück in unser Zimmer. 

Wir versuchen die Bootsfahrt am nächsten Tag erneut, diesmal erfolgreich! Wir fahren ins Einkaufs- und Vergnügungszentrum Bangkoks, zur Siam Square. Hier erinnert Bangkok eher an eine westliche Grossstadt oder an Singapur, als an das was wir bisher gesehen haben. Die Strassen werden gesäumt von riesigen Einkaufszentren, Fastfood-Restaurants und Designermodegeschäften. Bei den Kühlschranktemperaturen in den Malls können wir uns zwar in Rekordtempo runter kühlen (oder auch  schockgefrieren), doch allzu viel Neues gibt es hier auch nicht. Sind wir etwa schon zu viel gereist?? Wir schauen uns auf dem Rückweg die Sehenswürdigkeit „Sao Ching Cha“, die grosse Schaukel, an und zählen es nicht zu unseren Top-Attraktionen Bangkoks, selbst wenn wir bisher kaum was gesehen haben… Für die nächsten Tage hoffen wir auf eine Steigerung. 

Sao Ching Cha, die grosse Schaukel mit Umgebung - eine Sehenswürdigkeit

Am Donnerstag, 7.1.2010 kriegen wir Besuch aus der Schweiz! Renate begleitet uns für knappe 3 Wochen auf unserer Reise in Südostasien. Wir wechseln in ein grösseres Hotel mitten im Khao San Viertel, so kann Renate auch gleich eine volle Portion Thailand abkriegen, sie hat ja etwas weniger Zeit als wir. Sie kommt am späten Nachmittag aus Zürich an und wirkt nach dem langen Flug sehr erholt und entspannt. Kein Wunder, denn die Swiss-Upgrade-Fee pickte Renates Ticket raus! Von den Annehmlichkeiten eines Swiss-Business-Class Fluges werden wir in den nächsten Tagen aufgrund ihrer Erzählungen klar überzeugt und bedauern es sehr, dass bei Air Asia weder vergleichbare Business Class Plätze, noch Feen fliegen. 

Angekommen in Bangkok, nehmen wir einen ersten Begrüssungsdrink und essen anschliessend typisch Thai mit Spicy Papaya Salad, Red und Green Curry. Thailändisch ist im Restaurant allerdings nicht nur das Essen, sondern auch die Lautstärke der nebenan singenden Live-Band, was selbst der ausgeruhten und auf Neues gespannten Renate etwas zu viel ist… 

Welcome: Renate, Thomas und das typische thailändische Chang

 Am ersten Leider ist es in Bangkok 24 Stunden am Tag lang Reisebegleitungstag von Renate wollen wir uns das kulturelle Highlight von Bangkok anschauen: Ko Ratanakosin, die Vatikanstadt des thailändischen Buddhismus, mit zahlreichen Tempeln und anderen Bauwerken, sowie der ehemaligen königlichen Residenz, Grand Palace. schwül und hitzig, so dass es auch keine Morgenfrische gibt und wir bereits auf der kurzen Strecke zu Fuss zum Gelände ins Schwitzen kommen. Dafür werden wir, nach dem Renate aufgrund ihrer offenen Schuhe einen tadelnden Blick von der scharfen Kontrolle am Eingang kassiert hat, aber belohnt, denn es ist wirklich eine beeindruckende Sehenswürdigkeit. 

The Grand Palace: ehemalige offizielle Residenz der Könige von Siam bis Mitte 20. Jh

Einige der meistverehrtesten Tempel Thailands befinden sich hier (deshalb sollte man sich auch konservativ kleiden, einschließlich Schuhwerk), daneben und darin können wir unzählige Buddhas und andere Figuren, Chedis und goldene Schüsseln bestaunen. In der sehr gepflegten Anlage trifft man überall auf andächtig betende Thai-Buddhisten, die den verschiedenen Buddhas und Tempel ihre Verehrung kundtun. Wir beobachten die Rituale teils etwas erstaunt, z.B. den Verkauf von goldenen Mini-Klebern, die offenbar willkürlich an irgendwelche Buddhas geklebt werden. Auch werden zahlreiche Räucherstäbchen an Kiosken verkauft, die in die goldenen Töpfe gesteckt werden und einige Minuten später von Angestellten wieder entfernt werden, um Platz für neue zu machen. Die Tempel und Figuren haben fast alle ihre eigene Geschichte und man ist sehr schnell überfordert, wenn man im recht detaillierten Prospekt zu jeder Errichtung genaueres nachlesen möchte. Wir sind froh, nicht an einer Tour teilgenommen zu haben, denn die Hitze ist unerträglich und die Geschichten und Sagen äusserst vielfältig. 

Goldene Wächter vor einem Tempel in Ko Ratanakosin, Bangkok

Voller Impressionen kühlen wir uns sodann in einem klimatisierten Café ab und gehen zurück in unser Back-Packer Quartier, wo wir Reiseplanung betreiben und Renate in unsere Leidenschaft der indischen Küche einführen – mit Erfolg! Die Nacht wird heute aufgrund der sehr dünnen Wände im Hotel und der Tatsache, dass es hier wirklich sehr wild zu und her geht, leicht gestört von weiblichen hemmungslosen Leidenschaftsschreien – wahrscheinlich Khao San Alltag bzw. „Allnacht“ (kein Wunder bei den vielen Touristenkontakten mit Alkohol im Spiel).Am nächsten Tag stehen wir trotzallem früh auf, denn auf dem Programm steht ein Ausflug nach Ayutthaya, eine historische Stadt ca. 70 km von Bangkok entfernt, die einst Hauptstadt Thailands war und heute auf der Liste des Unesco-Welterbes steht. Wir fahren mit dem Taxi zum Busbahnhof und stellen fest, dass wie so vieles in Thailand auch die grossen auffälligen Balken auf dem Autodach mit der Aufschrift „Taxometer“ eher eine Fälschung sind. Taxometer werden gewöhnlich nicht eingeschaltet, es sei denn, man besteht insistierend darauf, was jeder Tourist zuerst selber erfahren muss.

Angetroffen unterwegs in Thailand: vielfältig verwendbares Tuk-Tuk

Der Bus bringt uns anschliessend schnell und gut nach Ayutthaya, wo wir von der Weitläufigkeit der architektonischen Sehenswürdigkeiten überrascht sind. Die einzelnen Tempel und was davon nach etlichen Kämpfen, Plünderungen und Verwüstungen vor über 200 Jahren übrig geblieben ist sind in der ganzen Stadt verteilt, weshalb wir uns für eine Tuk-Tuk Tour entscheiden. Der Fahrer fährt uns zu den sechs wichtigsten Sehenswürdigkeiten, darunter nicht nur Ruinen sondern auch neuere Tempel mit Buddhas und Mönchen. 

Beeindruckende Ruinen in Ayutthaya

Auch hier ist es beeindruckend, wie gross die Verehrung dieser heiligen Städte bei den Einheimischen ist. Man kommt sich als Tourist zuweilen deplatziert vor, weil man „ehrfurchtlos“ und nur fürs Fotografieren vorbeikommt -manchmal traut man sich gar nicht mehr, diese Absicht auch auszuführen…

Buddha Statue im Baum, doch der Kopf bleibt frei - Wunder oder Ehrfurcht der Natur?

Zurück in Bangkok wollen wir die Fahrt vom Busbahnhof diesmal mit einem lokalen Bangkok-Bus wagen. Nach langer Suche können wir schliesslich einsteigen und fahren 40 min. lang in der Stadt herum, ehe wir in unserem Quartier sind – wohl die günstigste Variante, die aber auch die meiste Zeit beansprucht… Auch diese Nacht wird gestört, diesmal nicht durch Ausdruck von Leidenschaft, sondern durch eine Meinungsverschiedenheit eines Paares, deren Austragung sowohl von Renate, drei Stockwerke über uns, also auch von Thomas und mir sehr deutlich verfolgt werden kann.

Am nächsten Morgen sind wir froh, Bangkok zu verlassen, denn so interessant die Stadt auch ist, man hat schnell wieder genug von Lärm, Hektik, Hitze und Schmutz. Mit dem Bus fahren wir nach Pakchong, ein Ort in der Nähe des Khao Yai Nationalpark im Nordosten Thailands. Wir versprechen uns gemässigtere Temperaturen, Natur und Trekking-Ausflüge in den Nationalpark. Eine besonders clevere Frau fängt die aus Bangkok Ankommenden direkt bei der Bushaltestelle ab und vermittelt Zimmer mitsamt Zubringerdienst zum Guesthouse. Keiner hat Lust auf eine beschwerliche Hotelsuche und so gehen auch praktisch alle Ankommenden auf das Angebot ein, welches ganz in Ordnung ist. Zwar etwas höher im Preis als die umliegenden Gästehäuser, doch dafür buchen wir die Touren dann beim Nachbarn. Etwas enttäuscht sind wir allerdings von der Tatsache, dass man ohne Tour-Guide kaum im Park herum kommt also auch keine Wanderwege finden kann, falls es die überhaupt geben würde. Doch wir geniessen die Stille und die gute Luft hier total. Es gibt zwar eine grosse Strasse, an der alle Gästehäuser und sogar ein 7-11 liegen, doch sonst hat es nur Natur, Wald, Felder und einige Häuser von einheimischen. Wir verbringen die erste Nacht seit langem mit keinen störenden sondern zahlreichen erholsamen Geräuschen von der Natur, toll!

Wir freuen uns auf Trekking-Touren im Dschungel!

Wir nehmen am nächsten Tag also an einer Tour in den Khao Yai Nationalpark teil. Morgens geht es los und wir freuen uns besonders auf den Teil „Dschungeltrekking“.

Eindrücke aus dem Dschungel

Obwohl wir alle etwas mehr Trekking gemacht hätten, ist die Tour sehr interessant und die Guides erspähen mit ihren Teleskopen zahlreiche Vögel, spüren Insekten auf und informieren über spezielle Pflanzen.

Hornbill oder Nashornvogel erspäht im Khao Yai NP

Fotogener und menschenfreundlicher Skorpion im Khao Yai NP

Lädt zum Verweilen ein - Wasserfall im Khao Yai NP

 Den nächsten Tag nehmen gemütlich in Angriff und machen eigentlich gar nichts. Um 15 Uhr geht es dann auf eine zweite Tour, die eine Höhlenbesichtigung mit allen „Schätzen“ darin, und die spektakuläre Beiwohnung des „Fledermaus-Ausflugs“ beinhaltet.  In der Höhle zeigt uns der Guide allerhand Bewohner, die mir nicht immer sympathisch sind. Es gibt einen riesigen 1000-Füssler, fette Spinnen, eine Baby- Skorpion-Spinne (d.h. noch nicht giftig) und sogar eine Tarantel… brrr! In einer Meditationshalle für Mönche, ebenfalls eine Höhle, gibt es keinen einzigen Lichtstrahl, es ist stockdunkel. Da beim Meditieren die Augen geschlossen werden, ist Licht nicht nötig. Trotzdem wär es mir sehr unwohl, regelmässig nächtelang hier zu sitzen, wie die Mönche es tun.  Schliesslich kommt das eigentliche Highlight: Um 17.20h fliegen die ersten Fledermäuse aus ihrer Höhle heraus. Zuerst erscheint es nicht so eindrucksvoll, doch innerhalb von einer Minute werden es Tausende, Millionen von Fledermäusen, die als mehr oder weniger definierter Schlauch in die gleiche Richtung zur Insektenjagd losfliegen. Es sieht aus, als ob jemand ein Band in den Himmel gelegt hätte oder eine Rauchschwade, die sich im Himmel in die Länge zieht. Wirklich sehr imposant und einmal mehr etwas, was man mit Fotos niemals ähnlich wiedergeben könnte! Auch dieser Ausflug hat sich absolut gelohnt!

Beutezug der Fledermäuse - keine Fotomontage!

Am nächsten Tag heisst es dann leider auch schon wieder, Sachen zusammenpacken und eine Station weitergehen. Wir fahren diesmal mit dem Zug nach Bangkok zurück und dann weiter südlich nach Cha-am, eine kleine Ortschaft in der Nähe von Hua Hin. Die Reise mit dem thailändischen Zug entpuppt sich als unerträglich langwierig – auch wenn sie fast nichts gekostet hat. Der Zug fährt nicht nur äusserst langsam, nein, er hält auch überall an. Insbesondere um Bangkok herum, da gibt es Haltestellen, wo es gar nichts anderes ausser 2 Gleise hat! Darüber hinaus sind die Sitze nicht bequem, es ist laut und sehr stickig. Da wir von Bangkok den gleichen Weg wieder aus der Stadt heraus nehmen müssen, tun wir uns den anstrengendsten Teil also als 2 Mal an und sind schon sehr froh, abends um 22:00 Uhr endlich am Ziel Cha-am anzukommen.

Bahnhof Vor-Bangkok Nr. 47... bis zum nächsten Stopp!