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17. Reisebericht: Fortsetzung der Suche nach dem Paradies in Thailand

März 13, 2010

Nachdem wir uns mit Bedauern von Renate verabschiedet haben, steigen wir ins Taxi und fahren Richtung Krabi Jetty. Wir nehmen diese Reise voller Erwartung in Angriff, denn wir fahren auf eine kleine Insel, die uns in Bangkok von Monika und Kurt aus dem Emmental so herzlich empfohlen wurde. Auf halbem Weg kriegt der Fahrer aber einen Anruf und macht darauf hin eine Kehrtwende zurück nach Ao Nang, wo wir Renate nochmals winken können (leider ohne Reaktion ihrerseits). Ein weiteres Päärli steigt zu uns – na ja, es gibt immer Kurzentschlossene und wir wissen jetzt auch, wozu so viel Zeit eingeplant wird, für den Katzensprung zum Anlegesteg der Fähre. Wir schaffen es schliesslich bis zur Fähre und sind beruhigt, dass es sich hier nicht um eine High-Speed-Ferry handelt, womit wir schlechte (im wahrsten Sinne des Wortes) Erfahrungen gemacht haben, sondern um ein eher langsames, solides Schiff. Mitten in der Andamanensee werden wir von einem kleinen Boot, beschriftet mit dem Namen unserer Unterkunft, abgeholt und müssen unser schweres Gepäck von SCHIFF A auf boot b hieven.

Umsteigen auf dem Wasser: Von der Fähre über zwei Boote bis zum richtigen Taxi

Was wir dann vor uns sehen, ist unbeschreiblich schön! Die malerische Insel Ko Jum ist heute noch so, wie wohl Ko Lanta und Ko Samui vor 20 Jahren waren: wirklich ursprünglich und unberührt, praktisch ohne Asphalt-Strasse und viele der grösstenteils einfachen Resorts und Unterkünfte sind nur per Boot zugänglich – so wie unser Ko Jum Resort.

Idyllisch in der Andamanensee gelegen: die wunderschöne Insel Ko Jum

Wir werden in ein anspruchsloses Bungalow aus Rattan mit „privatem“ Meerblickvorbau geführt, wo wir uns der bezaubernden Aussicht erfreuen. Wir haben es gefunden – unser Paradies in Thailand! Das Meer ist wunderschön und sehr warm, der Strand einsam und malerisch und unser kleines Häuschen passt zu den verlassenen Stränden und dem kaum befahrbaren einzigen Weg hinter dem Resort. Wir fühlen uns wohl uns sind froh, einen wirklich schönen Ort in Thailand beschreiben zu können! Elektrischen Strom gibt es auf Ko Jum erst seit ein paar Monaten, was uns eher bekümmert als erfreut, denn damit steht den Riesenresorts nach dem Vorbild von Ko Samui nichts mehr im Wege…

Unsere Terasse mit Meerblick ist zum Relaxen gemacht!

Diese Stühle haben wir oft besetzt. Schlafzimmer im Hintergrund.

Es zieht uns an den schönen Strand, wo wir feststellen, dass es auch in Österreich Ladyboys gibt die bunte Zehennägel mögen (oder liegt es nur daran, dass Mann in Thailand damit nicht auffällt?). Unsere Nachbarn aus Österreich haben sogar das Zelt dabei, obwohl dies nicht ganz ladyboy-like ist (aber sympathisch, ned?).

Am nächsten frühen Morgen mach ich mich auf eine Jogging-Erkundungstour – es fühlt sich toll an, ohne Motorenlärm und streunende Hunde sondern im angenehmen Schatten der Bäume auf Schotterstrassen zu rennen! Nach der Tour kann ich Thomas berichten, dass sich der erste Minimarkt nur 1.5 km von unserem Resort befindet und dass es ein kleines idyllisches Dorf mit Inselbewohnern gibt. Nach dieser tollen Berichterstattung und dem gesunden Frühstück will Thomas natürlich auch auf Inselerkundungstour. Bei mindestens 35°C marschieren wir in der Folge 3 Stunden dem Weg entlang (ich nenne ihn „der Weg“, weil es keinen anderen gibt), der leider nicht immer von Bäumen gesäumt ist. So komisch und unverständlich es klingen mag, doch wir sehnen uns tatsächlich nach ein paar Wolken.

Das kleine Dörfchen ist entzückend. Kleine, auf Stelzen stehende einfache Häuser aus Rattan oder Bambus reihen sich entlang des einzigen Teersträsschens der Insel und die Einwohner haben aller ihr eigenes kleines Unternehmen, sei es der Verkauf von Benzin in Flaschen oder von gekochtem Reis in Bananenblättern.

Friedliches Inselleben im Dörfchen von Ko Jum

Eigentlich würden wir auf unserer Tour gerne einen etwas weniger kleinen Minimarkt finden, als den zuerst gesichteten. Wir finden aber heraus, dass dies bereits der grösste Minimarkt ist und enden am Schluss doch wieder da, um Wasser und (lange abgelaufenes) Cola Zero zu erstatten.

Ein Taxi der anderen Art vor der Schule Ko Jum

Abends essen wir bei einem französisch-thailändischen Paar im Resort nebenan, das sie vor etwa 5 Jahren eröffnet haben und uns selber auf Ideen bringt J Warum eigentlich nicht? Wir geniessen die Insel Romantik mit Sternenhimmel, Meeresrauschen und Hochsommer-Temperaturen in vollen Zügen und sind froh, ein solch schönes Plätzchen gefunden zu haben.

Auch die nächsten zwei Tage verbringen wir vor allem mit Genuss und Erholung, wandern oder rennen auf der Insel rum und erfreuen uns des Lebens! Es sind diese Momente, wo man sich des Glücks bewusst wird, das wir haben – 6 Monate Reisen ist ein so tolles Erlebnis, dass man es sich immer vor Augen halten sollte!

Abendstimmung und Inselromantik auf Ko Jum

Der Tag der Abreise war gut geplant, denn aller Genüsse der Insel zum Trotz, wir wollen einen Schritt weiter auf unserer Erlebnisreise. Um 9 holt uns die Fähre (natürlich wieder mit Boot-Taxi bis zum „grossen“ Schiff) ab und bringt uns nach Krabi zurück. Da unsere weitere Reise nach Laos führt, haben wir ab Phuket einen Flug in den Nordosten von Thailand an die Grenze zu Laos gebucht. Obwohl wir Phuket meiden wollten, verbringen wir doch zwei Tage auf der renommierten Insel. Damit wir nicht voll im Mekka der Altlüstlinge sind, bleiben wir in der Stadt Phuket, wo es keine Strände gibt. Mit dem Bus gelangen wir rasch dorthin und finden eine tolle moderne Unterkunft, wo wir Platz zum Verschwenden haben – insbesondere, da wir uns in den vergangenen Tagen an 15 m2 gewöhnen mussten. Es gibt sogar einen funktionierenden Fitnessraum, wo ich mich voll austoben kann, während Thomas sich um wichtigeres kümmert (CV, Job-Angebote und Bewerbungsunterlagen…). Wir geniessen die verfügbare Steigerung vom Minimarkt zum Supermarkt und kaufen alles ein, was uns gefehlt hat auf der einsamen Insel. Abends probier ich das typische Gericht „Tom Yum“ und ahne noch nichts von den Folgen, die ich in der kommenden Nacht mehrmals zu spüren bekommen werde…

Am nächsten Tag machen wir per Tuk-Tuk einen Ausflug zum „Phuket-Strand“ Hat Nai Harn, der laut Reiseführer etwas weniger überlaufen sein soll. Am Ziel angekommen, möchten wir nicht wissen, wie die „überlaufenen“ Strände von Phuket aussehen, denn hier reiht sich Sonnenschirm an Sonnenschirm und ausschliesslich schöne Menschen liegen darunter. Es ist zudem zu heiss um sich ausserhalb des Schattens aufzuhalten, weshalb wir auch bald wieder per Abzocker-Tuk-Tuk zurück in unser Städtchen kehren, wo wir ein köstliches abschliessendes indisches Mahl einnehmen.

Hat Nai Harn, einer der Strände auf Phuket - man fühlt sich hier nie alleine

Der nächste Tag bringt uns per Air-Asia-Flug günstig in den Nordwesten von Thailand, nach Udon Thani und von da per Bus nach Nong Khai, einem gemütlichen Grenzstädtchen zu Laos. Wir finden einen Platz im bekanntesten Guesthouse der Region, Mut Mee, deren Besitzer selbst mit Lonely Planet ein Abkommen zu haben scheinen (weshalb praktisch immer jedes Zimmer besetzt ist). Die Backpacker-Anlage ist wirklich behaglich, es gibt hübsche einfache Zimmer und einen riesigen Garten. Jegliche Konsumation beruht auf Vertrauensbasis – verrechnet wird am Ende nur, was im zimmereigenen Gästebüchlein von den Gästen eingetragen wurde und dies scheint einwandfrei zu funktionieren. Wir lernen während der Reise Sandra aus Zürich kennen und verbringen einen heiteren Abend im Mut Mee Garten.

Das kleine Städtchen möchten wir uns am folgenden Tag etwas näher ansehen. So schlendern wir über den grossen Markt wo man wirklich alles findet – irgendwo. Der Tag verläuft sehr gemütlich, wie alles in Nong Khai und wir sitzen anschliessend im erfrischenden Garten und betreiben Reiseplanung bzw. Berichtschreiben.

Big Brother is watching you - über den Dächern von Nong Khai

Nach einer schönen Sunset-Tour auf dem Mekong River, der hier die Grenze zwischen Thailand und Laos bildet, entspannen wir uns bei einer richtigen Thai Massage (autsch!) und essen anschliessend als einzige Gäste in einem am Mekong gelegenen Restaurant thailändische Spezialitäten wie Morning Glory und Fischsauce (für Kommentare diesbezüglich ist Thomas zuständig).

Wir freuen uns auf den nächsten Tag, denn dann beginnt das nächste Abenteuer: LAOS!