14. Reisebericht: Von Hong Kong und Macau ins neue Jahrzehnt!


von Thomas

Saigon und Hong Kong unterscheiden sich nicht nur in Bezug auf Ordnung und Organisation, sondern auch in Bezug auf die Temperaturen. Wir müssen unsere wärmsten Kleider hervorholen auf dem Weg vom Flughafen zum Hotel, denn Hong Kong empfängt uns mit eiskalten 15 Grad, was unsere kälteempfindlichen Körper sofort ins Schlottern bringt (Anita kriegt übrigens Gänsehaut, sobald die Temperatur unter 28 Grad fällt. Zu fluchen beginnt sie bei Temperaturen unter 26 und über 32 Grad und beim Fehlen von Jogging-Möglichkeiten, was leider relativ häufig der Fall ist.).

Im chinesisch geprägten Kowloon-Viertel

Wir wohnen im Kowloon-Viertel und finden unsere Bus-Haltestelle absolut problemlos. Schlimmer gestaltet sich aber die Suche nach unserem Hotel, denn weder die Strassennummer noch das Hotel sind angeschrieben. Wir wagen uns in einen Innenhof und sind selbst erstaunt darüber, dass wir hier tatsächlich richtig sind. Wir werden ausserordentlich herzlich von unserem schwulen Rezeptionisten empfangen, der uns sogleich unser Zimmer im Nebengebäude zeigt und uns verrät, dass er seine schlanke Figur dem vielen Treppensteigen zu verdanken hat. Soso, 45kg vom Treppensteigen… Als wir ins Zimmer kommen fragen wir uns, ob man diese Kammer wirklich als Hotelzimmer bezeichnen darf. Es fehlt wirklich nur noch das Laufrad, um als Hamsterkäfig durchzugehen. Wir wollen uns aber nicht beschweren, denn immerhin ist die Kammer sauber und Bad, WC, Bett und Ausgangstür sind alle nur ein bis zwei Schritte entfernt!

Wir erkunden noch ein wenig unser Quartier und stellen fest, dass es hier sehr chinesisch ist, was aber eigentlich nicht erstaunen sollte, zumal Hong Kong ja zu China gehört. Trotzdem hätten wir es uns westlicher vorgestellt. Abends gehen wir in ein chinesisch-vegetarisches Restaurant gleich um die Ecke und setzen uns an einen der grossen runden Tische, an welchen sonst nur chinesische Grossfamilien sitzen. Ein romantisches Abendessen wird es definitiv nicht, denn die chinesischen Grossfamilien sind sehr laut und die Neonröhren töten jegliche Stimmung. Das Essen ist aber mehr als lecker und obschon wir die Zutaten nicht im Detail erkennen können, essen wir alles artig auf und kehren zufrieden in unsere Kammer zurück.    

Kowloon bei Nacht

Den nächsten Tag verbringen wir mit viel Sightseeing. Mit der modernen U-Bahn fahren wir nach Hong Kong Island, dem eigentlichen Zentrum der Stadt. Hier steigen wir gleich auf die längste überdachte Rolltreppe der Welt, den „Central-Mid-Levels Escalator“, und kommen nach etwa 20-30 Minuten Fahrzeit irgendwo oben auf dem Hügel an. Von da geht es zu Fuss bergab, wobei wir vor allem viel Zeit im lebedigen Soho verbringen. Im Anschluss wandern wir durch die halbe Stadt zum Wiedervereinigungs-Monument mit der relativ bescheidenen „Forever Blooming Bauhinia“-Skulptur. Manchmal entpuppt sich ein vermeintlich einfacher Weg von A nach B zu einem ziemlich komplizierten Unterfangen, denn völlig unerwartet kann einem durch grosse Auffahrtsrampen oder sonstige Hindernisse der Weg abgeschnitten werden oder man gelangt ungewollt ins Innere von Gebäuden, wo man gar nicht hin möchte oder muss plötzlich ganze Strassenabschnitte lang durch Shopping-Passagen wandeln, die einfach nicht enden wollen. Gegen Abend stärken wir uns im Ausgeh-Viertel Lan Kwai Fong mit einem Bier und beschliessen, den nächsten Tag im Disney-Land zu verbringen, da bisher noch keiner von uns eine Disney-Erfahrung gemacht hat. Wir besorgen uns schon mal die Tickets und gehen im Anschluss im Soho überteuert libanesisch Abendessen.

Im Soho in Hong Kong

In der Nacht werden wir durch die laute Alarmglocke aus dem Schlaf gerissen! Ist das wahr? Ist das wirklich ein Alarm? Feueralarm? Ich wage einen Blick aus unserer Kammer in den Gang und sehe den hektisch umher schwirrenden indischen Hotelangestellten, der überall an die Türen klopft. Ich frage ihn, ob es echt sei und er bestätigt, dass es sich um Feueralarm handelt. Alle raus! Wir sind leicht schockiert, wollen es aber immer noch nicht wahrhaben. Erst wollen wir nur das Notwendigste mitnehmen, dann beginnen wir immer mehr Sachen einzupacken. Innert kürzester Zeit stehen wir mit unserem ganzen Gepäck draussen vor dem Gebäude. Von Feuer ist weit und breit keine Spur. Erst nach mehreren Minuten gelingt es, das schreckliche, ohrenbetäubende Gebimmel auszuschalten. Irgendwann wird Entwarnung gegeben. Als wir in unsere Kammer zurückkehren, kriegen wir mit, wie sich der Inder an den Übeltäter, eine Asiatin, die sich im Zimmer eine Zigarette angesteckt hat, wendet und sie bittet, nicht mehr im Zimmer zu rauchen. Die junge Dame lächelt einsichtig und verlegen und meint nur: „Oooh, sorry!“. Na prima, dann wäre das also geklärt.

Asiaten lieben Disneyland

Disneyland, wir kommen! An der Sunny Bay Metro-Station steigen wir um in die Mickey Mouse-Linie ins Disneyland Resort und stellen uns vor, wie aufgeregt wir wären, wenn wir heute 25 Jahre jünger wären. Wir spazieren im Park herum, sehen A- und B-Hörnchen und andere Gestalten und merken sehr schnell, dass das Disneyland in Hong Kong maximal 10% von dem zu bieten hat, was wir aus dem Europa-Park kennen (zudem handelt es sich wahrscheinlich um die schlechtesten 10% des Europa-Parks…). Wir lassen uns aber die Laune nicht verderben, sondern machen das Beste daraus. Wir gehen fast auf jede Bahn, egal wie schlecht sie ist, besuchen Shows und Kinos, essen da und dort einen Happen und lassen uns gar mit Goofy ablichten. Am Tagesende ziehen wir sogar eine positive Bilanz und sind ziemlich zufrieden, bis auf Anitas Magen, der uns heute schon den ganzen Tag etwas Sorgen bereitet.

Gaudi mit Goofy

Der Hauptgrund für unseren Hong Kong-Besuch ist nicht etwa das Treffen mit Mickey, Donald und den sieben Zwergen, sondern mit Mischa, der, temporär in Südkorea lebend und die Kultur und Sprache studierend, seine wenigen Tage unterrichtsfreie Zeit opfert um sich mit uns in Hong Kong zu treffen und Silvester zu feiern. Schon am Abend zuvor habe ich versucht, mich mit Mischa zu treffen, doch leider konnte ich seine Antworten auf meine SMS nicht empfangen. Da ich wusste, dass er mit seiner Hong Konger Verwandtschaft zu Abend ass, machte ich mir erst mal nichts aus den ausbleibenden Antworten. Ich wollte ihm zumindest aber eine Nachricht in seinem Hotel hinterlassen, doch auch das ist mir nicht gelungen. Erst nach mehreren „Anläufen“ habe ich das Hotel überhaupt gefunden und von der strengen, ausschliesslich chinesisch sprechenden, älteren Hauswartsdame Zugang zum schummrigen Gebäude erhalten, das im 6. Stock ein Hotel versteckte. Dort angekommen, wurde mir der Zutritt verweigert (bzw. die Türe nicht geöffnet), so dass ich mich zügig auf meinen Rückweg machte, denn das Gebäude strahlte die Geborgenheit eines Wohnsilos in der Pariser Banlieue aus.

Endlich geglückt! Das Treffen mit Mischa in Hong Kong

Am nächsten Tag funktioniert der Austausch zwischen unseren Mobiltelefonen besser. Ich schlage vor, dass wir uns im Starbucks, das etwa auf halber Strecke zwischen unseren Hotels liegt, treffen. Erst jetzt, auf dem Weg zum Starbucks, realisiere ich aber, dass es weit mehr als nur ein Starbucks zwischen unseren Hotels gibt, weshalb ich mich mit Mischa telefonisch in Verbindung setze, der zu meiner Überraschung noch ein weiteres Starbucks gefunden hat, in welchem er bereits wartet. Wir vereinbaren, dass wir uns auf der Nathan Road entgegen kommen. Beim Auflegen halte ich dies doch auch wieder für eine blöde Idee, denn hier in Hong Kong wimmelt es doch von Asiaten und Mischa fällt in der Masse nicht mehr so gut auf wie in Basel; ausserdem soll er eine neue Frisur haben… Aber meine Befürchtungen sind unbegründet. Er hat zwar etwas abgespeckt, doch wir erkennen uns bereits von Weitem und freuen uns über das Wiedersehen mitten auf der Strasse in Kowloon! Wir setzen uns erst mal in ein Starbucks und trinken noch einen Kaffee bis Anita kommt!

Mischa geht es gut! Seit mehr als einem halben Jahr lebt er in Südkorea und er steckt voller Erlebnisse und Erfahrungen. Er hat grosse Teile seiner leiblichen Familie gefunden und sich auf ein völlig anderes Leben, eine völlig andere Kultur eingelassen. Er macht einen sehr zufriedenen Eindruck. Zurzeit sei sein Alltag aber eher langweilig, denn er verbringt sehr viel Zeit mit dem Erlernen der Sprache, was eine grosse Herausforderung darstellt. Vermutlich strengt sich Mischa gerade zum ersten Mal im Leben wirklich an, etwas zu lernen. Für seine Abschlüsse musste er sich ja bisher nicht allzu sehr bemühen…

Sightseeing mit Mischa und Anita - gut informiert und doch nichts gefunden...

Wir machen uns auf eine gemeinsame Sightseeing-Tour auf, doch es klappt eigentlich gar nichts an diesem Tag. Wir finden weder den Hopp-on-Hopp-off-Bus, noch das Tourismus-Büro (der Bau wurde wahrscheinlich abgerissen) und selbst auf der Pferderennbahn ist heute nichts los, obschon doch eigentlich Mittwoch ist und somit Renntag! Es gelingt uns einzig und allein den Peak zu besichtigen, von wo aus man eine herrliche Aussicht über die ganze Stadt geniesst, und das genau zu dem Zeitpunkt, als die alltägliche Skyline-Lichtshow, die „Symphony of Lights“, beginnt.

Aussicht vom Peak in Hong Kong

Anita verabschiedet sich schon bald von uns, denn ihr Wohlbefinden lässt zu wünschen übrig. Mischa und ich verbringen erstaunlich viel Zeit im Ausgehviertel Lan Kwai Fong und machen uns erst zu sehr später Stunde auf die Suche nach einem koreanischen Restaurant. Der Kellner in unserer Bar gibt uns einen Tipp und wir unternehmen eine lange Taxifahrt um an den empfohlenen Ort zu gelangen. Leider finden wir weit und breit kein koreanisches Restaurant und so halten wir unzählige weitere Taxis an um uns nach koreanischen Verpflegungsmöglichkeiten zu erkunden. Leider spricht kaum ein Taxifahrer Englisch und es dauert eine ganze Weile bis wir jemanden finden, der uns versteht und erst noch glaubwürdige Auskunft geben kann. Es handelt sich um jemanden, der die im asiatischen Raum sehr beliebten koreanischen Soaps verehrt und vielleicht auch deshalb koreanische Speiselokale kennt. Als wir ankommen, sind wir die einzigen Gäste und ich vermute, dass das Lokal wohl bald zugehen wird, schliesslich ist Mitternacht schon lange vorbei. Wir bestellen trotzdem gleich koreanisches BBQ und ich staune, dass dies zu dieser Stunde noch möglich ist, und dass so viele zusätzliche Speisen, wie z.B. Kimchi, der scharfe Chinakohl, Suppe, Gemüse, etc. mit serviert werden. Für Mischa ist das unterdessen alles altbekannt und selbst die Speisezeit ist für ihn nicht ungewöhnlich. In Korea isst man nämlich ununterbrochen, wenn es sein muss auch um 5 Uhr morgens! Mischa bestellt sich Schweinebauchspeck und berichtet von der zierlichen Koreanerin, die ihm mal gesagt haben soll, dass der Schweinebauchspeck schon zum Leckersten gehört, was man essen kann. Ich finde die Vorstellung, dass eine schlanke, sehr auf Äusserlichkeiten achtende junge Dame (in Korea sind Äusserlichkeiten sehr wichtig und Schönheitsoperationen sind extrem verbreitet und gesellschaftlich akzeptiert) vom leckeren Schweinebauchspeck schwärmt etwas fremd, doch insgesamt passt die Geschichte sehr gut zu den weiteren Korea-Berichten, die mir Mischa bei einem Soju, dem koreanischen Schnaps, erzählt. Mit der Zeit füllt sich das Restaurant mehr und mehr und ich stelle fest, dass sich Mischa vor meinen Augen zum Koreaner wandelt. Sein Koreanisch scheint durchaus schon für Konversationen auszureichen und irgendwie habe ich das Gefühl, einen neuen Menschen vor mir zu haben bzw. eine neue Seite von Mischa kennen zu lernen. Mischa, den echten Koreaner!

Lange Nächte im Lan Kwai Fong

Verständlicherweise wird am nächsten Tag ausgeschlafen! Am frühen Nachmittag spazieren wir zum Clock Tower und unternehmen im Anschluss eine Bootstour mit der „Star Ferry“. Hong Kongs Skyline mit den steilen Bergen im Hintergrund ist sehr beeindruckend! Wenn ich mich richtig erinnere, zählt der Bootsausflug zu den 50 Must Do’s auf der Welt. Überhaupt wimmelt es in Hong Kong von Rekorden, denn man findet immer eine Formulierung, die etwas zu einem Rekord macht. Später schauen wir uns noch den Blumen- und Vogelmarkt an, dann machen wir uns bereit für den Abend, schliesslich steht der Übergang ins neue Jahrzehnt kurz bevor! Silvester in Hong Kong – wir sind schon ganz aufgeregt!

Die Bootsfahrt in Hong Kong - ein MUST DO!

Wir treffen uns zum gemeinsamen Abendessen, doch wir wissen nicht genau wohin es gehen soll. Wir lassen uns von ein paar Indern, die uns auf der Strasse anhauen, ihre versteckten Restaurants zeigen, doch schon der Weg zu den Lokalen durch die düsteren und stark renovierungsbedürftigen Betonbauten, vorbei an einer grossen Anzahl lichtscheuer Gestalten, schreckt uns etwas ab. Uns rennt aber langsam die Zeit davon, denn die Menschenmassen auf den abgesperrten Strassen werden grösser und grösser und wir haben noch nicht mal gegessen! Wir erinnern uns an einen exotischen Herrn, der uns bereits am Nachmittag sein Restaurant schmackhaft machen wollte, und eilen schnurstracks zum Eingang seines Lokals. Auch hier handelt es sich wieder um einen grossen Betonblock und das Restaurant steckt irgendwo da drin! Zum Glück weist uns ein Angestellter des Restaurants den Weg. Die Frage, ob das Restaurant „licensed“ sei, also Alkohol ausschenken darf, beantwortet er mit: „Yes, we have rice.“. Als wir im Lokal ankommen, das in Landessprache vermutlich „Zum versteckten Taliban“ heisst, fühlen wir uns nicht gerade pudelwohl, doch der Zeitdruck, die mangelnde Kenntnis über Alternativen, die reiche Auswahl vegetarischer Speisen für Anita und die Tatsache, dass wir mit einer Frau am selben Tisch sitzen dürfen führen dazu, dass wir trotzdem bleiben. Natürlich gibt es keinen Alkohol und so können wir nicht mal gebührend anstossen in der Silvesternacht…

Uns bleibt noch etwas mehr als eine Stunde als wir das Lokal verlassen und wir machen uns gleich auf Richtung Flussufer. Etwa eine Million Menschen hat die gleiche Idee wie wir! Die Menschenmassen sind gewaltig. Einige Strassen sind bereits komplett gesperrt, so dass wir grössere Umwege in Kauf nehmen müssen. Irgendwann bleiben wir in einer überdachten Strasse stecken. Wenn wir da nicht weiterkommen, wird es das langweiligste Feuerwerk in unserem Leben. Geduldig harren wir aber aus und nehmen in Kauf, dass man nur alle paar Minuten ein paar Schrittchen vorwärts kommt. Kurz vor Mitternacht sind wir aber an einem Punkt angekommen, mit dem man zufrieden sein kann. Wir sehen grosse Teile der Skyline von Hong Kong Island und besitzen gegenüber den Asiaten gewisse Grössenvorteile. Zumindest ich komme mir heute richtig gross vor. Gemeinsam mit einer Million Menschen zählen wir den riesig eingeblendeten Countdown ab, dann werden aus 9‘000 Düsen, die an den Wolkenkratzern befestigt sind, Raketen abgefeuert. Obschon dies sehr spektakulär klingt, bleibt die recht kurze Show aber leider unter unseren Erwartungen. Als es vorbei ist, bewegt sich die Masse brav Richtung Metro. In der ganzen Umgebung sehen wir nur ein Lokal, ein irisches Pub, in welchem wir unter Umständen kurz aufs neue Jahr anstossen könnten, doch wir schätzen unsere Chancen als gering ein überhaupt Einlass zu erhalten. Wir staunen nicht schlecht, als wir dort dann aber sogar noch einen Sitzplatz ergattern können und bleiben teils aus Dankbarkeit, teils aus Bequemlichkeit den ganzen Abend dort…

Hochspannung auf der Pferderennbahn! Wer macht das Rennen? 'Joy and Fun', 'Sunny King' oder 'Always Something'?

Am 1.1.2010 findet definitiv ein Pferderennen statt und dieses wollen wir uns auf keinen Fall entgehen lassen, denn schliesslich gehört das Pferderennen genauso zu Hong Kong wie das Wasserpuppentheater zu Hanoi! Mischa ist schon lange vor uns da, denn er wohnt neuerdings bei seinen Verwandten unweit der Pferderennbahn und wir haben schlichtweg Pech mit der Anreise, denn was schief gehen kann geht schief. Während Anita sich mehr für die Pferde interessiert, studieren Mischa und ich erst mal die Wettregeln. Der Anlass ist beeindruckend. Pro Rennen werden mehrere Millionen Franken verwettet und die Spannung ist gross, was vor allem beim Schlussspurt spürbar wird, wenn die eher zurückhaltenden Chinesen plötzlich lautstark ihre Pferde anfeuern. Bei unseren Wetten halten wir uns an die Empfehlungen von Anita, die die Pferde jeweils im Voraus mustert, und die zur Verfügung gestellte Pferdestatistik, die Hinweise gibt zur Form der Pferde etc. Insgesamt fahren wir recht gut mit diesem Vorgehen, denn wir holen beide zumindest unsere Einsätze mehr oder weniger wieder heraus. Es bleibt zu gestehen, dass wir unsere Gewinne erst am Ende des Anlasses mit Hilfe der Gewinnanalyse-Maschine realisieren, doch das gehört wohl einfach zum Anfängerglück!

Abendessen mit Leo, James, Thomas und Mischa

Nach so viel Sport und Aufregung treffen wir uns im Anschluss mit Mischas Neffen Leo und dessen Kinder James und Thomas zum Abendessen. James und Thomas nennen Mischa „Grossvater“, was uns zwar nicht ganz einleuchtet, in Korea aber offenbar normal ist. Es scheint, als würden sich Mischa und seine Verwandten schon lange kennen… Der Abend ist sehr nett und Leo möchte gerne abends mit uns ausgehen, schliesslich ist es Mischas letzter Abend in Hong Kong. Es folgt ein langer und heiterer Abend im Lang Kwai Fong mit viel philippinischer Live-Musik und Tanz, denn Leo entpuppt sich als grosser Tänzer, der uns alle gerne auf der Tanzfläche sieht. Die Zeit geht schnell vorbei und leider müssen wir schon bald von Mischa und Leo Abschied nehmen. Alles Gute, Mischa!

Am nächsten Tag endet auch unsere Zeit in Hong Kong. Mit dem Katamaran geht es weiter nach Macau, dieser kleinen Insel unweit von Hong Kong. Ich kann mich erinnern, dass eines meiner Matchbox-Spielzeugautos in Macau hergestellt wurde. Macau ist aber viel mehr: Die ehemalige portugiesische Kolonie gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und tatsächlich steckt die Stadt voller Charme und portugiesischer Einflüsse. Daneben ist Macau aber auch ein Paradies für Spieler, denn es wimmelt von Gross-Kasinos ganz nach dem Vorbild von Las Vegas. Unser Hotel ist in Taipa, einer kleineren Insel, die ebenfalls zu Macau gehört. Wir bleiben erst mal dort und machen uns auf eine Erkundungstour, bei der wir uns mit den Spezialitäten von Macau, Keksen und Trockenfleisch, eindecken. Den Abend beenden wir bei einem fettigen, portugiesischen Essen.

Auf Stadtrundgang in Macau - hier vor den Ruinas de S. Paulo

Altstadtgasse mit seriöser Apotheke

Der nächste Tag steht wiederum ganz im Zeichen des Sightseeings. Da wir das Geld für die Bustickets nicht auf den Cent bzw. den macauischen Pataca genau aufbringen können (was hier leider notwendig ist), erklärt sich der Chauffeur des öffentlichen Busses bereit, uns gratis mitzunehmen, was wir sehr schätzen. Im Gegenzug verzeihen wir ihm seinen kriminellen Fahrstil. In Macau besichtigen wir so ziemlich alles, was besichtigt werden kann und können am Abend der Kasino-Versuchung nicht widerstehen. Sogar die Kasino-kritische Anita wagt ein, zwei Spielchen, doch da sie ihren gesamten Einsatz von umgerechnet etwa sechs Franken relativ schnell verspielt, sieht sie sich in ihrer Haltung bestätigt und zieht sich ins Hotelzimmer zurück. Ich habe mein Limit aber noch nicht verspielt und so bleibe ich noch ein wenig und versuche mein Glück beim Roulette und dem chinesischen Würfelspiel. Am Ende des Abends schaut ein Gewinn von etwa 200 Franken heraus, was meine Reisekasse durchaus freut! Mit so viel Geld im Sack können wir getrost unsere Weiterreise antreten, die uns schon am nächsten Tag nach Bangkok führt!

Das Casino 'Gran Lisboa' in Macau - hier lässt sich prima Geld verdienen!

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3 Antworten to “14. Reisebericht: Von Hong Kong und Macau ins neue Jahrzehnt!”

  1. Martin N. Says:

    Hallo zusammen

    Jetzt ist für mich der Zeitpunkt gekommen nachzufragen, ob der Lagerbestand in Hong Kong auch wirklich den Büchern entspricht bzw. ob du dich mit Joey getroffen hast ;-), schliesslich befinden wir uns mitten in der Revision…

    …wohl kaum: Swissmetal ist bestimmt weit weg…

    Machts weiterhin gut!

    Lieber Gruss
    Martin N.

  2. Martin Truska Says:

    Hallo zusammen
    Super Beitrag,freue mich auf die noch Folgenden und wuensche Euch einen schoenen Rest der Reise.

    Gruesse
    Martin und Familie

  3. mischa Says:

    Och, war das schön mit euch in Hong Kong! Vermisse euch sehr! Bis bald hoffentlich mal in Seoul!

    Liebe Grüsse
    Mischa

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